Erlebnisbericht einer Teilnehmerin: Meine erste KuschelParty

 

 

Meine erste Kuschelparty 

28.10.2018 

 

Das Setting

Mit dem wuway in Köln haben Judith und Bernd einen tollen Raum für ihre Kuschel-Events gefunden. Hier finden normalerweise Tai Chi- und Qi Gong-Kurse statt. Die Anfahrt und das Parken sind unproblematisch. Die Räumlichkeiten sind freundlich und sauber, es gibt Gelegenheiten sich umzuziehen und zwei große Bereiche, die mit warmen Matten ausgelegt sind sowie Sitzkissen und Wolldecken.  

Ich und meine Begleitung kommen als erste an und werden freundlich begrüßt. Nach und nach kommen die anderen Teilnehmenden an, was natürlich sehr aufregend ist. Das erste Beschnuppern und Beäugen und die Vorstellung „diesen fremden Menschen werde ich gleich sehr nahe kommen“. Die Teilnehmenden werden aufmerksam mit Tee und Snacks versorgt. Wir setzen uns in einen Kreis auf Meditationskissen und stellen uns vor. Die Regeln für den Nachmittag werden erklärt und dann geht es los mit den Übungen zum Warmwerden. 

Das Training

Die von Judith und Bernd angeleiteten Übungen sollen vorsichtig ans Kuscheln heranführen und ungeübten KuschlerInnen eine Orientierung bieten. Eine Übung möchte ich beispielhaft beschreiben. Sie soll mir ermöglichen, schnell und intuitiv zu erspüren, welche Form der Berührung ich mit meinem Gegenüber erleben möchte. Alle laufen zu ruhigen Klängen auf Socken oder barfuß quer durch den Raum. Die beiden Menschen, die sich gegenüber stehen sobald die Musik stoppt, sollen spontan aus drei Möglichkeiten der Begegnung auswählen: 

  1. Blickkontakt, 2. Ein Händedruck, 3. eine Umarmung

Wie bei „Schnick Schnack Schnuck“ entscheiden sich beide blitzschnell und strecken die jeweilige Anzahl der Finger vor sich in die Luft. Die jeweils niedrigere Zahl entscheidet über die Art der Berührung. 

Obwohl vorher betont wurde, dass eine Ablehnung von Berührung keine Ablehnung der anderen Person bedeutet, fällt es mir schwer, „nur“ die 1 oder 2 zu wählen. Vor allem weil ich sehe, dass sich oft alle anderen Paarungen intensiv umarmen.  Umso wichtiger, genau das zu üben. Auszuhalten, dass ich eine für mich passende Entscheidung getroffen habe – unabhängig von den Erwartungen anderer und von dem was um mich herum passiert. 

Bernd und Judith laufen sehr acht- und wachsam durch den Raum, ohne zu stören. Immer wieder wird dazu aufgefordert, dem streichelnden Part Feedback zu geben. Es wird darauf hingewiesen, dass jede*r zu jeder Zeit ohne Begründung eine Auszeit nehmen kann, sich bei Bedarf zurück ziehen kann. Ein „ja“ heißt „ja“, ein „nein“ heißt „nein“  und – ganz wichtig – ein „vielleicht“ heißt „nein“. 

 

 

Das Kuscheln

Nachdem sich die erste Aufregung gelegt hat, fühlen sich die Berührungen ganz natürlich an. Ich bin in einem meditativen Zustand, ganz bei mir und meinem Körper. Es tut gut, den Kopf abzuschalten und absichtsfreie körperliche Zuwendung und Aufmerksam zu genießen. 

Am Ende der Kuschelparty bildet sich ein großer organischer Kuschel-haufen. Bei entspannender Musik liegen alle TeilnehmerInnen zusammen und schenken sich gegenseitig wohltuende Berührung. 

Es folgt eine kurze Abschlussrunde mit Feedback. Viele TeilnehmerInnen bedanken sich bei den beiden Coaches. Die Zeit ist wie im Flug vergangen. Ich fühle mich aufgeladen, satt und wohlig und fahre mit dem festen Vorhaben nach Hause, mir bald wieder mit organisiertem Kuscheln etwas Gutes zu tun. 

 

Von Judith, 30, aus Düsseldorf